Update!

Heute ist in einer Besprechung zum II. Vatikanum-Projekt wieder das Wort „Update“ gefallen, so nebenbei. Mir kam in den Sinn, dass dieses Wort vielleicht sogar ein guter Projekttitel wäre. Denn das Wort fasst kompakt und in heutiger Sprache zusammen, um was es beim II. Vatikanischen Konzil gegangen ist und was auch das Grundanliegen des 3-jährigen Prozesses ist, auf den sich die Katholische Kirche in Oberösterreich einlässt.

Univ. Prof. Ansgar Kreutzer hat neuerdings im Rahmen der Ringvorlesung zum Thema an der Katholisch-Theologischen-Privatuniversität Linz ausgeführt, dass „Update“ die englische Übersetzung von Aggiornamento ist, ein Schlüsselbegriff des Konzils. In der italienischen Umgangssprache ist mit Aggiornamento “Verheutigung” gemeint.

Als Social Media Enthusiastin fällt mir bei Begriff „Update“ aber natürlich zu allererst ein Software-Update ein. Mein Computer und mein Handy fragen mich ab und an, ob ich Softwarekomponenten updaten möchte. Und gestern hat sogar mein eBike im B7 ein Software-Update bekommen, damit es wieder genau anzeigt, wie voll der Akku noch ist.

Ich sage bei der Frage meines Computers, ob ich ein Update möchte, immer gerne ja, denn das Update bringt mir mehr Sicherheit (weil damit etwaige Sicherheits-Lücken im Code geschlossen werden) und oftmals neue coole Funktionen oder eine verbesserte Usability. Da kann dann auch passieren, dass ich vielleicht etwas neu lernen muss. Trotzdem: durch das Update wird aus einem Bildbearbeitungsprogramm noch kein Internetbrowser oder umgekehrt. Die Grundfesten bleiben erhalten.

So ist das für mich auf mit dem Update in der Kirche. Ein Update bringt Neues und fordert zum Lernen heraus, aber im Mittelpunkt bleibt immer, dass die Kirche nicht um ihrer selbst willen da ist, sondern den Auftrag hat, die gute Botschaft Jesu Christi weiterzutragen.

Update ist aber nicht Update. Es macht einen Unterschied unter welchen Rahmenbedingungen es stattfindet. Dieser Cartoon von http://www.stickycomics.com/ macht das deutlich:

Update

Nun sind diese Betriebssystemfragen „Glaubensfragen“ über die sich schwer streiten lässt. Aber ich finde es schon bezeichnend, dass sich Linux-NutzerInnen offenbar am meisten über ein Update freuen. Open Source heisst, dass viele Menschen gemeinsam an einer Software oder einem anderen kreativen Produkt arbeiten und dabei den Programmcode freigeben und das Produkt dann auch allen wieder frei zur Verfügung steht. Jede_r kann es nutzen, weiterentwickeln und an seine_ihre Bedürfnisse anpassen. Der Unterschied dazu sind in der IT geschlossene, proprietäre Systeme, die keinen Einblick und keine Mitgestaltung ermöglichen und nur die Nutzung des Vorhandenen erlauben.

Braucht Kirche ein Update in Richtung Open Source?

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3 Gedanken zu „Update!

  1. Pingback: Update! | ~ andreame

  2. “In letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, dass der Relativismus – je mehr er zur allgemein angenommenen Denkform wird – zur Intoleranz tendiert und in einen neuen Dogmatismus umschlägt.

    Die Political Correctness will die Herrschaft einer allein gültigen Weise des Denkens und Sprechens aufrichten. Ihr Relativismus erhebt sie scheinbar über alle die großen Einsichten des bisherigen Denkens; nur so darf man noch denken und reden, wenn man auf der Höhe der Gegenwart sein will. Während man das Stehen zu den überlieferten Werten und den sie tragenden Erkenntnissen als intolerant brandmarkt, wird der relativistische Standard zur Pflicht erhoben.

    Es scheint mir sehr wichtig, diesem Zwang einer neuen Pseudo-Aufklärung entgegenzutreten, der die Freiheit des Denkens und auch die Freiheit der Religion bedroht. Dass in Schweden ein Prediger, der die biblische Lehre zur Frage der Homosexualität ohne Wenn und Aber vorgetragen hatte, zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, ist nur eines der Zeichen dafür, dass der Relativismus als eine Art neuer “Konfession” zu etablieren beginnt, die den religiösen Überzeugungen ihre Genzen zieht und sie alle dem Über-Dogma des Relativismus zu unterwerfen sucht.”

    Joseph Ratzinger in Pera/Ratzinger, “Ohne Wurzeln. Der Relativismus und die Krise der Europäischen Kultur”, S. 137f.

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